dev-diary

Salen / Zimmermann S. 197: “the phenomenon of noise as a desirable component of a game system is a function of the lusory attitude, the state of mind that players take on in order to enter the magic cicrle and play a game, the shared attitude that accepts the paradoxically inefficient means for achieving the goals of a game.”

ist halt bullshit. für mich wird da das ganze Problem des Spielverständnisses nochmal offensichtlich: als ob es ein Ziel gäbe, auf das die Spielenden hin arbeiten, nachdem sie sich entschieden haben in einen magic circle zu treten und eine “lusory attitude” anzunehmen.

vielmehr ist allen Beteiligten (mehr oder weniger bewusst) klar, dass Spielen ein Prozess ist, dessen Regeln sie mitgestalten und mitaufrechterhalten. also kein effizienzgesteuertes Projekt mit Ziel. beim Spielen gibt es ein grundsätzlich anderes Effizienzverständnis als beim Nichtspielen (letzteres ist klar zielgerichtet), nämlich ist es auf Regeln ausgerichtet: wie mit welchen Regeln umzugehen erweist sich fürs Spielen als nützlich und unterhaltsam? also, welche befolgen, welche ändern, welche weglassen? so verlassen wir auch das Feld der (Aus)Wahl, durchbrechen die Barrieren und legen Planken ins offene Feld der Entscheidungen.

s. 199: “freedom: the ability of a person to make choices in a system” – das ist Wahl. Choice. Entscheidungen finden da statt, wo neue Systeme kreiert werden und der Raum der möglichen Handlungen und Auswahlen sich dadurch erweitert. where the window of opportunity opens.

—–> ganz was anderes. Quantitative Forschung ist irgendwie problematisch, weil Menschen dafür zähl- und berechenbar gemacht werden, weil ihre Ideen eingezwängt werden in Kästchen. ich muss dafür noch ein gutes Argumentarium vorbereiten.

WEGKOMMEN VOM HERRSCHAFTSWISSEN! FORSCHUNG DEZENTRIEREN! oder auch: wie bewege ich mich im universitären Kontext, ohne mich von ihm zurichten zu lassen?

ein Wochenende voller Erkenntnisse. der Anarchistische Perspektiven auf Wissenschaft Kongress hat mich in meinem Selbstverständnis als Forschi und in Teilbereichen weiter gesichert und befruchtet. darin ganz besonders der Vortrag zu Herrschaftsfreien Institutionen von Haude/Wagner, die sich mit Gesellschaften und deren Regelbildung auseinandergesetzt haben, ganz besonders mit der Frage, welche Regeln diese eingeführt haben um Herrschaft und Staatenbildung möglichst fern zu halten von sich. Dazu hab ich mir auch gleich das Buch gekauft, in dem sich ebenso ein interessantes Kapitel zum Thema Spiel befindet. Wenn das fruchtbar ist, macht ein weiterer Austausch auf jeden Fall Sinn. auch spannend ist, wie sie Schrift und Sprache als institutionelle Praxis bezeichnen, als eine Sphäre, die Herrschaft bzw. den Aufbau eines Staates zu verhindern mag. Ebenso Sophie Lembkes (Promovierende an der HfbK / in Bayreuth) Auseinandersetzung mit Trickstern, Hexen und Pirat*innen als queere Figuren, die als Denkfiguren für sich selbst als Forschix funktionieren (“was würde ein Pirat jetzt tun?”) aber auch anderes Wissen als Herrschaftswissen durch ihre Praktiken transportieren, vom Schummeln über Heilkunde bis hin zu anderer Ökonomie. Da ist mir aufgefallen, dass Authren ja eben auch in die Richtung funktioniert, sich quasi einen erzählerischen Raum schaffen, ein Mythos, ein Narrativ mit dem sich anderes Wissen generieren und kommunizieren und dezentrieren lässt. die Erzählfigur, an der ich mich orientiere? ist schon irgendwie das Hackx. also

du schreibst mir: Ich habe gestern ein paar Literatur gefunden. Es ist mal und mal wieder diskutiert ob Thomas more‘s Utopia eine koloniale Bezug hat. Und ob Entdeckung des Amerika eine Utopie Sehnsucht wäre usw. und willst wissen, ob Utopian practices belong to ‘master’s tools’ (nach Audre Lorde) ich verneine, und zwar folgendermassen: Ich würde schon sagen, dass Thomas Mores' Utopia einen kolonialen Bezug hat, aber ich würde nicht die Idee des U-topos, des Nicht-Ortes als ein Master's tool bezeichnen. Gerade wenn 1 sich ankuckt, worum es geht und worum es vielen verschiedenen herrschaftsfreieren Gesell- und Gemeinschaften gegangen ist, wenn sie eine Art Utopie aufgebaut haben. 1. muss es nicht unbedingt mit einem weggehen in ein Gebiet, was bereits bevölkert ist, verbunden sein, es kann auch mit der Ausweitung einer Autonomen Zone vor Ort passieren, zweitens ist es, im Gegensatz zu einer kolonialen Praxis, bei der es ja darum geht, die Herrschafts weiter auszubreiten, eine Fluchtbewegung vor der Herrschaft, ein Versuch, einen Ort aufzubauen an dem weniger Herrschaft vorhanden ist. Deswegen würde ich es nicht als Master's Tool Bezeichnen, sondern eher im Gegenteil. Es gibt ja auch TERRO INCOGNITA Fluchtbewegungen von marginalisierten und malträtierten Teilen einer Bevölkerung, die erstmal in die Berge gerannt sind (weil unwegsames Gebiet, wo die Herrschaft später ankommt) um sich da zu sammeln, also so eine Art Bubble zu bauen, und das mit einem intuitiven, implizitem Wissen darüber, wie Herrschaft funktioniert und wie sie abzuhalten ist. Auch wenn du dir anschaust, wie widerständige Raumnahme funktioniert – naja. ich find's boring, sich immer auf Thomas More zu beziehen, und vielleicht hast du darin recht, den Begriff verwenden macht einen direkten Bezug dazu auf und wir sollten uns eher auf reale “utopische” Bewegungen in der Menschheitsgeschichte beziehen und einen anderen Begriff verwenden, als den des Nicht-Ortes.

Vielleicht die Idee der SPEKULATIVEN FANTASTIK. wie lässt sich das in eine Praxis übertragen, also aus dem reinen Narrativ mit einerm Erzählx dahin, zusammen aktiv und fantastisch zu spekulieren.

nicht jede widerständige Praxis ist Spielen. ist aber Spielen immer eine widerständige Praxis (ich glaube auch nicht. es gibt auch Rahmen, in denen Spielen gewünscht ist und gefördert wird)? die Überschneidungen sind jedenfalls gross und ich merke, dass auch das der Bereich ist, der mich am ehesten Interessiert. Spielen wird halt da auf jeden Fall zur widerständigen Praxis, wo es anfängt, Herrschaft auszutricksen. zwei Beispiele. 1. die Selbstorganisation der Schwarzfahrerinnen in Helsinki und Kopenhagen als eher Widerständige Praxis, die auch Spielen ist 2. das Chaos Ballett, als Spiel*en, das aber durchaus Widerständige Praxis ist (das hier als Notiz, detaillierte Beschreibungen und Erforschungen dürfen und müssen folgen)

Musikarchitektur (dazu: die Romane von Dietmar Dath, insbesondere Feldevaye, Suhrkamp 2014) Spracharchitektur! dazu eigene Gedanken. kunstvolle Gebilde, die über dich hereinbrechen.

Authren also. G., zu deinem Kommentar mit dem Elfenhain: I get what you mean. Neither Cities nor Villages are what we want. we need federated gardens, zum Beispiel, oder Kommununen von 200 bis 300 Leuten (dazu, natürlich, PM lesen immer gut) in denen die Menschen wiederum in Bezugsgruppen organisiert sind und die untereinander wiederum grössere Föderationen bilden. was bedeutet das von einer Raum und Regelseite her? und wie kommen wir aus dem Jetzt nach Authren? deswegen erstmal mit dem Schritt zur Seite anfangen, bevor wir uns Authren imaginieren.

SPIEL ZUM UNBEDINGT ANSCHAUEN: GIRLDEBORD.ITCH.IO/ARCADIA und /Solarpunkification (das zweite ist ein lustiges Browsergame wo 1 Guerillagardening betreibt)

further reading: Stephen Sniderman, “the life of games”; jeremy campbell, “grammatical man: information, entropy, language and life” 1982; John Casti: “complexification” 1994

  • einfall für den gamejam. spiele aus authren erfinden, also, den gamejam selbst schon ins narrativ einbinden (irgendwie eh klar aber vielleicht nochmal so zum spezifizieren)

Spuren hinterlassen, die anderes Lesen herausfordern Zeichen von Zeichen, ein, also ein eigenes zusammenhängendes Zeichenset im Raum verstreuen, das so stark ist oder so präsent dass es dazu führt, dass auch andere Zeichen da mit hinein gelesen werden

Ein Narrativ verbreiten, das auf diese Spuren verweist.

Authren ist überall, du brauchst nur einen Schritt zur Seite treten.

WE ARE BROUGHT IN FORMATION und die Frage ist wie können wir weniger in/formiert sein ohne dabei die Kommunikation zu verlieren.

*dazu die Goldenen Zitronen mit dem Song “Scheinwerfer und Lautsprecher”:

Warum ich Warum ich das hier mache? Warum ich hier Warum ich hier diese ganzen Lautsprecher aufstelle? Ich versuche an den Stimmen vorbei zu kommen Dennen mit den Ankündigungen Ich versuche an den Botschaften vorbei zu kommen Denen mit den Ankündigungen Ich versuche an den radikalen Zeichen vorbei zu kommen Die deshalb so radikal sind weil Weil die Zeichenmacher wissen Dass solche Zeichen die sichtbarsten Zeichen sind (...) Vielleicht Will ich ja auch gar nicht andauernd begrüßt werden Ich will auch nicht ständig von jemanden gratuliert Ich will auch nichts gewonnen haben Ich will auch kein Vorsprung haben Ich möchte nicht dass, man mir meine Vorteile aufzählt Ich will auch nicht mit Gelegenheiten in Verlegenheit gebracht werden Ich will auch nicht meine Ruhe haben Ich will in Ruhe gelassen werden Ich werde eigene Zeichen entwickeln Die man nicht so leicht erkennen kan (...) Und dann werde ich eine Pause machen Ich versuche einen anderen Klang zu erzeugen Um wenigstens einen anderen Nachhauseweg nehmen zu können Ich höre nicht zu Ich sehe nicht hin Damit ich überhaupt jemals wieder hören und sehen kann So das war's Ich werde euch informieren Falls ich all die Informationen je wieder vergessen kann*

Protokoll Seminarsitzung (II) zu Regeln an der Uni, HCU

das gebäude ist zusammengesetzt aus mehreren regelsätzen zb Treppe (implizit: nicht sitzen, nicht breit machen) kahle helle Wände (impliizit: nicht bemalen) glatte, helle, kalte böden (implizit nicht verweilen)

du sagst: die Umgebung spricht eine andere Sprache als dann eigentlich Regeln umgesetzt werden (zB extrem belastbarer Boden und dann wird aber kein Handwerk betrieben wie zB. Gipsbau)

türen zu räumen mit nummern (explizit: die Räume haben eine bestimmte Funktion. implizit: hast du Berechtigung zu dieser Funktion und darfst also den Raum betreten?) türen zu räumen ohne nummern (implizit: durch diese Türen kannst du schreiten, wenn sie nicht verschlossen sind)

explizit: nicht rauchen (oder steht das nirgendwo mehr? ist es schon in eine implizite Regel übergegangen weil zur Norm geworden?) implizit: nüchternheit (hat das vielleicht einen Zusammenhang zu “Universität”)

dazu kommen konventionen aus dem öffentlichen raum generell: nicht popeln nicht unnötig laut sein nicht zu lange unbekannten in die augen schauen nicht jeden Menschen, der einen über den weg läuft, grüssen wer wie wem platz macht in welchem moment und auf welche art (hierarchien sichtbar)

soweit so gut. was macht jetzt diese Kombi aus Regelsätzen zur Universität und nicht zu einem Amt oder einem Park? – der auf den ersten Blick offene Zugang. keinen Eintritt, keine Kontrolle, jedix scheint kommen und gehen zu können – die einteilung der räume in Zeitslots (wer hat die macht darüber und das wissen, wo genau was stattfindet wann? gibt es da explizite und impliizite strukturen?) – regeln der veranstaltung (sich einen seminarraum nehmen vs. ein seminar besuchen)

zum einen die Beschriftung, das Narrativ, dass es sich hier um eine Universität handelt.

— ich glaube wir müssen feiner ins Zwischenmenschliche rein, um das zu erforschen. — worte generell – worüber wird geredet, wie wird geredet, wleche aushänge finden sich wo

der moment, wo ich einen spielraum erhalte ist der, in dem die Person hinter der Theke mich fragt, ob ich den Kaffee für hier will oder zum mitnehmen. der spielraum liegt im verständnis des wortes hier, und so verlasse ich mit der tasse ohne das gefühl, einen Regelbruch begangen zu haben, das Gebäude und setze mich ans Ufer.


es gibt eine Hausordnung an der HCU, sagst du, und bei Regelbruch (nach Abmahnung) wird 1 exmatrikuliert und du meinst: es ist erstaunlich, wie oft wir die Regeln schon gebrochen haben. ein paar Beispiele: es gibt Öffnungszeiten und Werktage – die Verantwortlichkeiten sind nicht klar. gibt es jemenschen die*r die Regeln überwacht?

Handlungsempfehlung – Verbot (hat das mit Kontrolle und Sanktion zu tun?)

“auf dem Balkon rauchen gibt 500 Euro Strafe” “auf den Balkonen ist es mittlerweile geduldet”

Die Nutzung privater Elektrogeräte ist in den Räumen der HCU nicht gestattet.

implizit: Essen findet nur in der Mensa statt. du sagst, wie überrascht du selber davon warst, dass du das Gefühl hattest, etwas sei falsch, als letztes Semester eins den Teller dabei hatte und Salat gegessen hat im Seminarrraum.


nimmst du eine Regel ernster, wenn sie schön dargestellt ist? ist die wichtigkeit der Regel gekoppelt an den Aufwand, wie eins sie kommuniziert?

warum befolge ich eine regel 1. angst (strafe) 2. schlechtes gewissen


hcu karte und mitarbeiter*innen karte dabei – die hcu karte ist eine administrative legitimation des universitätsbetriebs. sie weist studierende aus: betreten des gebäudes ausserhalb der öffnungszeiten, kann damit drucken und essen bezahlen – unterliegt einer kapitalistischen logik, ist fahrkarte, ganzes regelsystem webt sich um die karte und ihren erhalt. sehr viele explizite regeln. – implizite regel? ausweisen in der mensa / stetiges mitführen der karte als mitarbeiti und studierende (ab 18 uhr ankommen) —> konvention “die Karte aufs Tablett legen” hat sich da herauskristallisiert —> konvention “leute einschätzen” wird damit umgangen

  • das system hat sich nicht darauf eingestellt, dass menschen verschiedene funktionen habe können (studierende UND mitarbeitx)

was ist denn der unterschied zwischen einer voraussetzung und einer regel?


was ist eigentlich ein Merkblatt für eine Regelform?


es fühlt sich niemand verantwortlich für den arbeitsraum (1. Etage) weil's ein open space ist. wie kommt eins dahin, dass alle sich verantwortlich fühlen?


drei brillen fürs beobachten der sozialen regeln. mensch-mensch mensch-umgebung umbebung-umgebung

Seminarvorbereitungen. wieder mal das Gefühl, nichts zu wissen. letzte Woche, als ich einer (doktorierenden) Person erklärt hab, was ich in ungefähr mache, meinte er so: hey, du betrittst neuland, voll geil, klar dass du unsicher bist, das ist eine riesige Denkaufgabe. ok cool feel less overwhelmed now

AUTHREN ist Name einer Stadt, die in jeder Stadt potentiell schon drin ist. The emancipated city, decentralized, horizontally organised, wherein subjects can associate freely.

AUTHREN is the name of the method that we use to explore the topic of “Spiel and Raum”, as Authren is a narrative within which everything can take place.

AUTHREN is the headspace, the spielraum, the in-between, the not-yet existing, eine wirk_lichkeit on the horizon. so it's a kind of u.topian space. a game and a reality. cyber and city and nature at the same time.

gestern nichts geschafft, Kopf blockiert. heute mit der Vorstellung von einem Werkauftrag gut im Kopf denken können, was es grob graphisch braucht:

  • eine Art Posterserie die wiederverwendet werden kann. ein basic layout / design für poster und flyer und vielleich später die Broschüren
  • sowas wie einen Schriftzug ein Logo husthusthust “CI” husthusthust

ich bestell mal bloc by bloc für den Spieleabend, mal schauen wie schnell die Abteilung Beschaffung diesmal ist und die Bücher, die ich brauche für's Seminar.

Ausserdem diese Idee, einen Werkauftrag an Macuco zu geben für die Ausarbeitung / Aufzeichnung von konkreten Methoden zur Bezugsgruppenbildung, weil die sich darin so gut auskennen und das 1a in die Arbeit zu gemeinschaftlichen Spielen passt.

Seminarplan erstellt. hat mir gut getan als outline des eigenen Denkens auch für die nächsten Wochen/Monate, also auf einer theoretischen Ebene.

wir lesen (viele Dinge, die ich in die Forschung der letzten Monate schon integriert hatte):

Katie Salen, Eric Zimmermann: Rules of Play. London 2003, Unit 2, Kapitel 11-21

Doreen Massey: For Space. London 2005/2008. S. 9-17; 106-117; 163-176

Laurence Lessig, Code Version 2.0, New York 2006, S. 83-120

David Graeber: The Utopia of Rules, New York/London 2015, S. 87 – 117

Jo Freeman, The Tyranny of Structurelessness, Berkeley Journal of Sociology, Vol. 17, 1972-73, S.151-165

Geoffroy de Lagasnerie: Verurteilen. Der strafende Staat und die Soziologie, Berlin 2017, 207-246

Tangled Wilderness: Life without Law, 2013

CrimethInc.: Terror Incognita, pdf 2012, S. 45ff.

Hakim Bey: TAZ – Die temporäre autonome Zone, Berlin 1994, S. 109-154

ist es wirklich spielen wenn die Zeit begrenzt ist? also ja, es gibt die Spiele gegen die Zeit (zB. Zelda, da wo der Mond sonst runterfällt), aber das ist ja eine andere Mechanik als zu sagen “das Spiel dauert bis dann und dann oder nur genau so und so lange”. wie im Fussball zum Beispiel. hm. ok, dann ist auf jeden Fall der begrenzte Zeitraum eine nicht-emanzipatorische Form des Spiels, bzw., ich glaub langsam, ich muss meinen Spielen-Begriff von anderen Spiel-Begriffen differenzieren, um a) niemandem auf die Füsse zu treten und b) klarer zu werden. also das Spielen vom Spiel (magic circle, Gewinner/ Verlierer, punkte, Ziele, diesdas, siehe unten die Spieldefinition von Salen/Zimmermann) abgrenzen. eigentlich denke ich, dass Spielen die Zeit transzendiert, das heisst, dass es nur funktionieren kann, wenn der Ausgang nicht klar ist, weil eins sich gemeinsam mit dem Regelwerk über es selbst hinausbegibt. ein Prozess halt, und ein Prozess kann nicht im vornerein zeitlich begrenzt sein sonst ist er schon ein Produkt. —> was heisst das konkret für welche Spiele? weil in wirklichkeit sind Spiele ja zeitlich begrenzt: durch Lohnarbeit oder andere soziale Verpflichtungen der Spielenden zB. Spiele sind Teil einer Welt aus Nichtspiel. ich glaub das eine (also das ohne zeitliche Begrenzung) liesse sich als “Ideal” sehen, eine Art Limes an die sich mittels spielen herangetastet werden kann, Spiele erschleichen sich kurze Augenblicke anderer wirklichkeit, Spielen ist ein Weg des vom Weg abkommens.* —> kann Zeitraum Spielraum haben? muss Spielraum Zeitraum haben um neue Beziehungsweisen entfalten zu können, um sich nicht im NichtSpiel*en aufzulösen? ach, ich könnte stundenlang rumphilosophieren, merke ich, und frage mich, wohin mich das bringt. ich komme mal von diesem Weg ab.

Authren heisst also das Spiel*en, was mich die nächsten drei Jahre begleiten wird. das künstlerische Experiment neben all der Bürokratie und Dokumentation und Denkarbeit, die es zu leisten gilt. schon nur dadurch wird Authren zum Sehnsuchtsort (will ich das überhaupt, einen Sehnsuchtsort erschaffen?), der über alles drüber gelegt werden kann.

Also wird AUTHREN an sich eine Methode sein. für die Dokumentationsfrage: werde ich soziologische Methoden anwenden, wenn ja, welche (quantitative / qualitative Interviews zu erlebtem Spielen)? und sonst, das ist mir wichtig, das Denken an sich, Spielen in Bezug setzen zu verschiedenen Wissenschaften und Denkschulen.

ich lese: Kapitalismus entlieben von Lann Hornscheidt. und denke, eigentlich gibt es drei Konstituenten für die wirk_lichkeit: Zeit, Raum und Beziehungen. und Spiel nimmt quasi auch alle drei dieser Konstituenten ein, indem es fokussiert auf die Dritte (mittels Regeln) die anderen zwei beeinflusst, ich denke den Raum noch mehr als die Zeit, weil je nach Spielbegriff verändert sich das mit der Zeit nicht so doll, also, es gibt einzelne Spiele die auf eine Zeit begrenzt sind, aber meist ergibt sich die “Spielzeit” (also: “wann” ist das Spiel*en zu Ende) im Fluss.